Kann man das nachnutzen? Eine Untersuchung.

opencode.de verspricht nachnutzbare Open-Source-Software für die öffentliche Verwaltung. Ich überprüfe das. Mit KI-Unterstützung, auf eigener Hardware, ohne Gewähr.


opencode.de ist Deutschlands offizielle Plattform für Open-Source-Software der öffentlichen Verwaltung. Die Idee ist bestechend einfach: Behörden und Kommunen veröffentlichen dort ihre Software, andere Behörden und Kommunen nutzen sie nach. Steuergeld wird einmal ausgegeben, Ergebnis steht allen zur Verfügung. Das Rad wird nicht 11.000 mal neu erfunden.

So weit die Theorie.

Das soll nicht als Kritik an opencode.de oder ZenDiS missverstanden werden. Die Plattform existiert seit wenigen Jahren, hat in kurzer Zeit eine beachtliche Anzahl von Projekten versammelt und ist – das sage ich als jemand, der die Szene der Verwaltungsdigitalisierung seit vielen Jahren verfolgt – einer der wenigen Orte, an denen der Anspruch „public money - public code" konsequent eingelöst wird. Dass Kommunen und Behörden ihren Code veröffentlichen, Dokumentation schreiben und Issues beantworten, ist keine Selbstverständlichkeit.

Nun teste ich in meiner Freizeit, ob das in der Praxis funktioniert. Nicht konzeptuell. Nicht auf Basis von Pressemitteilungen. Sondern durch den Versuch, die Projekte tatsächlich zum Laufen zu bringen oder mir zumindest den Quellcode anzuschauen.

Die Fragestellung

Für jedes Projekt auf opencode.de stellt sich mir meist eine Frage: Kann eine Verwaltung dieses Projekt, ausschließlich auf Basis der im Repository verfügbaren Informationen, in Betrieb nehmen?

Keine Anrufe beim Hersteller. Kein Zugang zu internen Wikis. Keine Vorabkenntnisse über das Projekt. Nur der Code, die Dokumentation und die Deployment-Konfiguration, die im öffentlichen Repository liegt.

Als Mindestanforderung gilt dabei OCI-Konformität – was bedeutet, dass Container-Images nicht an Docker als Runtime gebunden sind – eine Voraussetzung des Deutschland-Stacks, die in der Praxis öfter scheitert als man erwarten würde. Ebenso versuche ich gängige Standards des BSI und der Deutschen Verwaltungscloud in meine Betrachtungen mit einzubeziehen.

Das Tandem

Ich führe diese Analyse nicht allein durch. Claude – der KI-Assistent von Anthropic – arbeitet dabei als aktiver Gegenpart: liest Dockerfiles und Compose-Dateien, identifiziert OCI-Inkompatibilitäten, führt Befehle aus, bewertet Helm-Charts und schreibt am Ende Teile der Dokumentation. Ich entscheide, steuere und bewerte. Claude analysiert, dokumentiert und schlägt vor.

Das ist kein Marketing für KI-Tools. Es ist eine pragmatische Entscheidung: Die Analysemenge übersteigt bei weitem, was ich in vertretbarer Zeit alleine abarbeiten könnte.

Die Analyseergebnisse, die Befunde und die Bewertungen sind meine eigenen. Claude irrt gelegentlich, übersieht Dinge und neigt dazu, bei unklaren Sachlagen höflich optimistisch zu sein. Das wird korrigiert. Meist arbeiten wir spät am Abend, daher können Fehler aber auch übersehen werden oder wir haben uns beide geirrt.

Was diese Analyse nicht ist

Kein offizieller Auftrag. Keine Zusammenarbeit mit ZenDiS, den bewerteten Projekten oder irgendeiner anderen Stelle. Keine Gewähr für Vollständigkeit. Keine Empfehlung zum produktiven Einsatz der getesteten Software.

Die Bewertungen sind Momentaufnahmen. Ein Projekt, das heute ausgeschlossen wird, weil sein Deployment-Setup unvollständig ist, kann morgen nachgebessert sein. Umgekehrt genauso.

Was diese Analyse ist: ein dokumentierter, reproduzierbarer Versuch, die Versprechen von opencode.de ernst zu nehmen.


Disclaimer: Dieser Blog-Artikel und die gesamte opencode.de-Evaluierung entstehen im Tandem mit Claude (Anthropic). Ich steuere, entscheide und korrigiere. Die inhaltlichen Bewertungen sind meine eigenen. Für KI-generierte Fehler in der Analyse übernehme ich die Verantwortung, weil ich sie hätte erkennen müssen – das ist der Deal beim Einsatz solcher Werkzeuge. Für etwaige Hinweise bin ich immer ansprechbar. Entweder über Mastodon, Linkedin oder per Mail.

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